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Informieren - Beobachten - Atomtransporte stoppen!

Autor: flachwagen (Seite 1 von 9)

Hamburg: Freiwilliger Verzicht auf Atomtransporte?

Die Unternehmen HHLA und Hapag-Lloyd (an denen die Stadt Hamburg Anteile hält) wollen künftig auf den Transport von Kernbrennstoffen verzichten. „Atomtransporte im Hafen stehen vor dem Aus“ hieß es sogleich im Hamburger Abendblatt. Doch was bedeutet dieser Verzicht wirklich?

  • Hapag-Lloyd: Die Firma transportierte auch schon bisher nur Stoffe vor dem Anreicherungsprozess, beispielsweise Uranhexafluorid für die Urananreicherungsanlage in Gronau, also keine sogenannten Kernbrennstoffe. Hapag-Lloyd verzichtet also auf gar nichts. Im Gegenteil, die Transporte mit Uranhexafluorid, die Hapag-Lloyd durchführte stiegen von knapp 1000 Tonnen 2014 auf rund 3000 Tonnen 2017. Ausbau statt Verzicht scheint hier die Devise zu sein.
  • HHLA: Der Verzicht der HHLA ist schon bedeutsamer. Auch hier wird der Umschlag der sonstigen radioaktiven Materialien, vor allem über das Terminal Altenwerder weiter gehen – darauf wird nicht verzichtet. Etwa die Hälfte der Kernbrennstofftransporte in Hamburg wurden bisher über HHLA-Terminals abgewickelt.
  • Eurogate + C. Steinweg: Die beiden anderen am Atomumschlag beteiligten Firmen haben bisher keine Verzichtserklärung abgegeben. Da bei C.Steinweg Uranerzkonzentrat umgeschlagen wird, würde ein Verzicht nur auf Kernbrennstoffe ebenso wie bei Hapag-Lloyd  bedeutungslos sein. Eurogate schlug bisher etwa ein Drittel der Kernbrennstofftransporte um.
  • Hamburg insgesamt: Die Kernbrennstofftransporte machten 2017 mit einer Anzahl von 21 und einer Masse von etwa 300 Tonnen  nur einen geringen Teil aus gegenüber den Transporten sonstiger radioaktiver Stoffe (vor allem Uranzerkonzentrat und Uranhexafluorid) mit über 8000 Tonnen in 98 Transporten. Davon wurden 12 an Terminals der HHLA (inklusive Unikai) umgeschlagen, das enspricht etwa zwei Drittel der Kernbrennstofftransporte.

Der Großteil der Transporte über Hamburg wird also weiter gehen. Trotzdem sind diese Verpflichtungen vielleicht ein Ansatzpunkt um mit weiteren Protestaktionen und politischem Druck mehr zu erreichen, immer im Kampf um eine Welt ohne Atomkraft, Atomwaffen und Kapitalismus.

Hier dokumentieren wir auch die verschiedenen Reaktionen von Anti-Atom-Gruppen. Weiterlesen

Atomtransporte über die Ostsee

Seit 2011 gab es hunderte Atomtransporte über die Ostsee mit Umschlag in der BRD, das lässt sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage lesen. Demnach gibt es jährlich etwa 50 Transporte über das Gewässer,nicht erfasst wurden dabei mindestens die uns bekannten Uranzerkonzentrat-Transporte von St. Petersburg nach Hamburg, die bis vor zwei Jahren regelmäßig stattfanden. 

Umschlaghäfen in Deutschland für die Transporte sind dabei Rostock und Hamburg. Über 300 Transporte seit 2011 wurden in Rostock abgewickelt, 227 davon über die Fähren von Scandlines und Stena-Line, die auch Passagiere transportieren. Seit 2015 wird dort nach öffentlicher Berichterstattung kein Uranhexafluorid mehr transportiert wird, dafür haben die Transporte mit Brennelementen zugenommen. In 77 Fällen wurden verschiedene angereicherte Uranstoffe aus Russland in Hamburg umgeschlagen.

Die meisten der Transporte sind im Transit, das heißt Deutschland ist nur eine Durchgangsstation zum Beispiel für Brennelemente aus dem schwedischen Västeras, die an Atomkraftwerke in verschiedenen europäischen Ländern verkauft werden. Aber auch die Urananreicherungsanlage in Gronau und die Brennelementefabrik in Lingen waren bei 75 Transporten Absender oder Empfänger. So wird die Brennelementefabrik häufig mit Uran-Pellets aus Russland beliefert. Die beiden nicht vom Atomausstieg betroffenen Uranfabriken bleiben also Drehscheibe für Transport und Produktionsstätte für AKW-Brennstoff.

Kontrollen der Transporte finden nur abhängig von den jeweilig zuständigen Bundesländern ab. So kontrollierte Mecklenburg-Vorpommern 4 Mal in drei Jahren, Schleswig-Holstein protokollierte keine Kontrolle und nur Hamburg prüft regelmäßig. Vielleicht hilft dort der Druck der Öffentlichkeit. Insgesamt kann ein ernsthaft gewollter Atomausstieg aber nur heißen, die Uranfabriken zu schließen und die Atomtransporte zu verhindern.

Quelle: Kleine Anfrage der Linken im Bundestag, Auswertung

Kletteraktion am Münsteraner Hauptbahnhof – Urantransporte stoppen

Seit 10 Uhr findet am Münsteraner Hauptbahnhof eine Kletteraktion als gemeinsame Aktion von unabhängigen Aktivist*innen und der Gruppe Sofortiger Atomausstieg (SofA) Münster statt. An den Säulen des Haupteingangs wurden Transparente wie „Urantransporte stoppen“ aufgehängt und es werden Flyer verteilt. Die Atomkraftgegner*innen wollen damit auf die Urantransporte aufmerksam machen, die monatlich auch durch den Münsteraner Hauptbahnhof fahren und die Uranfabriken in Narbonne und Gronau beliefern. Diese Transporte werden auch nach dem angeblichen „Atomausstieg“ weiter gehen.

Bereits Anfang Oktober hatten sich sechst Aktivist*innen in zwei Betonblöcken angekettet und damit einen Zug, beladen mit Uranhexafluorid für die Urananreicherungsanlage in Gronau, für 17 Stunden aufgehalten. An diese Aktion soll jetzt angeknüpft werden, die verteilten Flyer informieren über die Aktion und die Gefahren und Auswirkungen von Urantransporten. Jederzeit sind Unfälle möglich, sowohl bei den radioaktiven Transporten als auch in den damit letztendlich belieferten Uranfabriken und Atomkraftwerken. Wie in Tschernobyl, Fukushima oder Majak sichtbar, haben solche Katastrophen riesige Auswirkungen und sorgen auf Jahrzehnte oder Jahrhunderte hinaus dafür, dass Menschen unter Krankheiten leiden. „Wir wollen ein nächstes Fukushima verhindern – deshalb müssen wir die Transporte zur Versorgung der Atomindustrie stoppen“, erklärt Irene Thesing, eine der an der damaligen und heutigen Aktion Beteiligten. Weiterlesen

Ewiges Spiel? Klagen gegen Polizeieinsatz bei Betonblock-Räumung

Ewiges Spiel? Am 05.10.2017 fingen Aktivist*innen einen Zug mit hochgiftigem Uranhexaflourid (UF6) auf der Strecke Hamburg – Gronau ein, gestern erreichte erneut ein Zug mit UF6 die Urananreicherungsanlage. Im Oktober reagierte die Polizei  damit, dass sie die Aktivisten zur Gefahrenabwehr in Gewahrsam nahm, wenn sie sich überhaupt zu einer Begründung der Freiheitsberaubung herab ließ.

Mit der Ankettaktion protestierten Aktivist*innen gegen den sogenannten und vollkommen inkonsequenten ‘Atomausstieg’ der Bundesregierung, mit dem sich die Regierung in der Öffentlichkeit gern brüstet. Deutschland bleibt jedoch weiterhin ein wichtiger Standort für die Verarbeitung von radioaktivem, giftigem Material: Anlagen wie die Urananreicherungsanlage Gronau, die rund 10 % des weltweiten Anteils an angereichertem Uran produziert, sind von dem ‚Ausstieg‘ ausgeschlossen. Sie werden weiter betrieben, auch nachdem es in Deutschland vielleicht irgendwann mal keine laufenden AKWs mehr gibt.

Warum die Freiheitsberaubung? Mit einer weiteren Ankettaktion nach der Räumung war wohl kaum zu rechnen. Obwohl wir aus dem Wendland wissen, dass Betonblöcke besonders neben Atomanlagen, im Herbst und bei Regen wie Pilze aus dem Boden schießen, ist es noch zu keinen weiteren Sichtungen gekommen. Es kann nur gemutmaßt werden, ob die Polizei jedwede Demonstrationen am Aktionstag gegen die atomare Industrie verhindern wollte. Demonstrationen wären vielmehr angebracht gewesen, um gegen das Verhalten von Polizei und Räumkräften während der Räumung aufmerksam zu machen. Den Angeketteten wurde, trotz starkem Regen, wiederholt Planen und Rettungsdecken weggenommen und später korrekte medizinische Behandlungen verweigert. Alles nach der Logik: Freiheitsentzug um freie Meinungsäußerung zu unterbinden – das geht so gar nicht! – ebenso wenig wie der aller-Logik widersprechende Fortbestand einer weltweiten Atomindustrie. Die Meisten der an der Aktion beteiligten haben gegen die Ingewahrsamnahme Klage eingereicht. Weiterlesen

Hapag-Lloyd Hauptversammlung: Weiter Atomtransporte

ContrAtom hat die heutige Hauptversammlung von Hapag-Lloyd besucht, die aktuell fünftgrößte Containerreederei der Welt mit Sitz in Hamburg. Da Hapag-Lloyd auch an Atomtransporten beteiligt ist und unter anderem Uranhexafluorid von Kanada nach Hamburg transportiert, wurden dort kritische Anmerkungen und Nachfragen gestellt. Hapag-Lloyd machte 2016 einen Umsatz von 4,8 Mio. US-Dollar mit radioaktiven Stoffen und transportiert diese vor allem auf den Strecken Kanada-Europa und Singapur-Europa, soweit die neuen Informationen.

Hier der Redebeitrag von der Hauptversammlung:

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

das wird Ihnen vielleicht nicht gefallen, aber ich bin hier um ein Thema zu beleuchten, mit dem Hapag-Lloyd auch Profite macht. Wer Waren transportiert ist sowohl für den Transport als auch die Tatsache, dass die Waren eingesetzt werden, mit verantwortlich. Das gilt natürlich für Waffen oder Waren, die in Ausbeutungsverhältnissen produziert werden auch, hier soll es aber um Atomtransporte gehen.

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Aktivistin im Knast wegen Urantransportblockade 2012

Am heutigen Donnerstag hat die Anti-Atom-Aktivistin Hanna eine mehrwöchige Haft in Hildesheim angetreten. Weil sie sich weigert, eine wegen einer Ankettaktion gegen sie verhängte Strafe von 1650 Euro zu zahlen ist die Aktivstin nun in Haft. Hintergrund ist die Blockade eines Transportes mit abgereichertem Uranhexafluorid 2012 auf der Bahnstrecke zwischen der Urananreicherungsanlage in Gronau und Münster.

Der Haftantritt wurde von etwa 30 solidarischen Menschen begleitet, die mit zahlreichen Anti-Atom-Transparente gekommen waren. Noch bis morgen wird es eine Kundgebung vorm Knast in Hildesheim geben, auf der es die Möglichkeit gibt, direkt Postkarten zu schreiben. Auch wenn der JVA-Leiter Oliver Weßels bei der letzten Anti-Atom-Aktivistin, die wegen einer Atomtransportblockade eine Erzwinungshaft antreten sollte, das Bußgeld bezahlte, ist das dieses Mal nicht zu erwarten. Ihr dürft ihn aber gerne dazu auffordern. Weiterlesen

Hamburger Hafen: Uranerzkonzentrat-Transporte und Repression

Durch die Proteste scheinen die Urantransporte durch Hamburg von 2014 bis 2016 abgenommen zu haben. Hauptsächlich durch den Wegfall der Urantransporte aus St. Petersburg, diese werden nach der Einschätzung der Gruppe SAND nun über Antwerpen abgewickelt. Zeitgleich stehen die Proteste von 2014, die vermutlich maßgeblich dazu beitrugen, in Hamburg-Harburg vor Gericht. Erreichen wollen wir jedoch nicht eine Verschiebung, sondern eine komplette Einstellung der Transporte und eine Stilllegung aller Atomanlagen weltweit. Weiterlesen

Brennelemente aus Lingen jetzt auch in die umstrittesten belgischen Atomkraftwerke

Die gleiche Bundesregierung, welche öffentlich den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke in Belgien in Doel und Tihange kritisiert, genehmigte den Brennelementexport aus Lingen in eben diese Atomkraftwerke, jetzt auch in einen der umstrittesten Reaktoren in Tihange.

Diese Transportgenehmigungen mit den ersten drei Transporten im März 2017 nach Tihange wurden vom BfE veröffentlicht. Eine zunächst falsch formulierte Antwort auf eine Frage der Linken ans Bundesumweltministerium vom September 2016 nach Ausfuhgenehmigungen wurde dementsprechend korrigiert. Dort steht, dass das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle am 7. Juli 2016 die Ausfuhrgenehmigung für 68 Brennelementen von Lingen nach Tihange 2 erteilt hat. Am 12. Juli folgte dann die Ausfuhrgenehmigung
für 40 Brennelementen von Lingen nach Doel 3. Die aktuellen Ausfuhrgenehmigungen für
Doel 1 und 2 stammen vom 29. Februar. Auch bei der aktuellen Kritik an den rissigen Reaktoren und laut einem Rechtsgutachten, welches Möglichkeiten zur Verweigerung der Genehmigungen aufzeigt, stoppt die Regierung die Transporte weiterhin nicht. Das ist nur ein weiterer Beleg dafür, dass wir uns beim Atomausstieg nicht auf Regierungen verlassen dürfen, es hilft nur weiter aktiv zu sein.

Quellen: Aktuelle Transporgenehmigungen BfE, Bundestags-Drucksache 18/9747

Atomtransporte zur Urananreicherung

2016 fanden erneut viele Transporte im Zusammenhang mit der Urananreicherungsanlage in Gronau statt, auch wenn Urenco die Kapazität der Anlage leicht reduzierte.

Die Firma Urenco machte im Geschäftsjahr 2016 nach bisherigen dicken Gewinnen ein Minus von 456 Mio Euro. Zwar stieg der Umsatz leicht, aber vor allem in den USA musste erhebliche außerplanmäßige Wertberichtigungen vorgenommen werden, die das Ergebnis ins fette Minus drehten. Urenco schätzt die Lage wegen der Überkapazitäten und niedriger Uranpreise als schwierig ein. Deshalb werden in Gronau die Kapazitäten von 4100  Tonnen Urantrennarbeit pro Jahr auf 4000 Tonnen reduziert, außerdem ist ein konzernweites Sparprogramm angekündigt.

Währenddessen erreichten 22 Züge mit je 150 bis 520 Tonnen Uranhexafluorid zur Anreicherung die Anlage in Gronau, umgeschlagen wurde das darauf geladene Uran aus Kanada und den USA im Hamburger Hafen. Die Versorgung mit Uran aus Frankreich wurde von der Schiene auf den LKW verlagert, hier kamen 16 LKW mit je knapp 100 Tonnen Uranhexafluorid, insgesamt kamen fast 8000 Tonnen Uran in Gronau an.

203 LKW verließen die Urananreicherungsanlage, mehr als die Hälfte des angereicherten Urans wurde in die USA exportiert. Weiter beliefert wurden aber auch nach Frankreich, Brasilien, Südkorea, Großbritannien, Schweden und Deutschland.

Die Geschäftszahlen von Urenco zeigen, dass das Geschäft mit der Urananreicherung am Wackeln ist. Lasst uns also weiter Druck machen, bis alle Atomanlagen stillgelegt sind. So gibt es am Karfreitag in Gronau einen Ostermarsch.

(Quelle: Drucksache 16/14466 des Landtags NRW)

Demonstration gegen Atomtransporte zum Fukushima-Jahrestag

Rund 300 Menschen beteiligten sich am Samstag, den 11. März 2017 an der Demonstration zum Fukushima-Jahrestag in Hamburg. Die Demonstration führte über die Landungsbrücken zum Sitz der Hamburger Reederei MACS. Die Reederei führt regelmäßig Atomtransporte aus Namibia in den Hamburger Hafen durch. Das Uranerzkonzentrat, das sie befördert, wird anschließend per Bahn nach Süd-Frankreich weiter transportiert und in mehreren Etappen zu Brennelementen weiterverarbeitet.

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