Münster. Anti-Atom-Gruppen hatten grenzüberschreitende Proteste gegen einen Uranerzkonzentrat-Transport von Hamburg nach Narbonne angekündigt. Nachdem das Schiff „Mikhail Dudin“ am Montag Uranerzkonzentrat im Hamburger Hafen bei der Firma C.Steinweg entlud, fuhr der Zug am Dienstag eine andere Route als sonst üblich – damit wich er zahlreichen Mahnwachen an der Transportstrecke aus – so unter anderem in Buchholz (bei Hamburg), Bremen und Münster.
Kategorie: Demo (Seite 4 von 4)
Der Hamburger Auftakt fand am 13.9. in Wilhelmsburg statt:
Kurzbericht und Fotos auf der SAND Seite
In Kiel wurde das aus St. Petersburg kommende Schiff die „Mikhail Dudin“ mit einem Transparent „begleitet“. Ladung wurde nicht an Deck gesichtet.
Dieses Schiff hat dann den Alarm für den Tag X auslöst.
Im sarländischen Perl gab es bereits am 12.9. eine Demonstration von deutsch/französischen Aktivist*innen.
Presseberichte u.a. hier: Weiterlesen
Die Abfahrt des Zuges mit Uranerzkonzentrat aus dem Firmengelände von C.Steinweg startete um 18:50Uhr. Video1 Video2
Vom Hafenbahnhofes Hamburg Süd um 19:58 Uhr
Durchfahrt in HH Wilhelmsburg um 20:05 Uhr.
Es bestehen Mahnwachen in Veddel und vor der Umweltbehörde in Sichtweite des S-Bahnhofs Wilhelmsburg. Menschen können gerne dazu kommen.
Ab ca. 21 Uhr gibt es eine Mahnwache in Buchholz.
Uranerzkonzentrat auf dem Gelände der Firma C.Steinweg
Abfahrt von dem Firmengelände mit Rangierlock
Zug mit Elektrolock auf dem Gelände des Hafenbahnhofes Hamburg-Süd
2011 war Fukushima, aber auch im Jahr 2012 hat sich viel getan
in Sachen (Anti-)Atom-Politik. In einem Jahresrückblick haben wir
versucht, hier die meisten Ereignisse im und ums Münsterland zusammen zu fassen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit – sortiert nach verschiedenen Themengebieten. Viel Spaß beim Lesen!
Urantransporte
Die erste Aktion gegen Urantransporte fand kurz vor der Urankonferenz, am 3.Februar in Münster am Hauptbahnhof bei eisiger Kälte statt: Rund um den Bahnhof wurden von Robin Wood und Aktivist*innen aus dem Münsterland in luftiger Höhe Transparente gespannt. Ende Februar zog die Bahn eine Schadensersatzforderung für einen gestoppten Urantransport 2008 zurück.
Ab dem 10.April fanden immer wieder spontane Mahnwachen gegen Urantransporte mit abgereichertem Uranhexafluorid von Gronau nach Pierrelatte statt. Am 7.Mai bekam der Urantransport durch eine Kletteraktion mehrere unabhängiger Aktivist*innen bei Münster-Kinderhaus eine 8-stündige Verspätung und viel mehr Aufmerkamkeit als Urenco lieb ist. Am 4.Juni und 2.Juli wurden erneut Uranzüge durch eine Mahnwache in Münster gesichtet.
Beim nächsten Transport am 30.Juli ging es so richtig rund: Atomkraftgegner*innen von Robin Wood, Contratom und aus dem Münsterland hatten in Metelen ein Camp errichtet und der Zug wurde gleich doppelt blockiert – zuerst durch eine Ankettaktion, dann durch eine Kletteraktion. Er fuhr zum ersten Mal zurück in die Urananreicherungsanlage und dann eine Umleitung über Ahaus und Coesfeld.
Am 27.8. wurde erstmals ein (vermutlich fahrplanmäßiger) längerer Aufenthalt des Urantransportes in Hamm am Güterbahnhof festgestellt, am 25.9. wurde klar, dass er erst nach Mitternacht dort wieder aufbricht – also 11 Stunden relativ unbewacht dort herumstand. Auch nach zwei Tagen war er noch nicht in Pierrelatte eingetroffen. Am 23.10. wird festgestellt, dass er erst gegen 8:40 in Köln eintrifft und unterwegs erneut umgekoppelt wird – mit jedem Transport gibt es neue Informationen.
Am 19.November schließlich hat Urenco offensichtlich Angst vor den öffentlichen Aufrufen zu Mahnwachen und Protesten, die in zahlreichen Städten und in der Presse Anklang finden, sodass sie den Transport verlegen oder auf LKW verladen.
Der Rat der Stadt Münster beschloss Mitte des Jahres, Urantransporte über das Stadtgebiet abzulehnen, verweigerte jedoch die Gründung eines kommunalen Bündnisses.
Jahresrückblick Anti-Atom im Münsterland 2012 komplett als pdf
11. März: Am 1. März demonstrierten 40 Leute vor der UAA Gronau gegen die aggressive Atompolitik von RWE (www.sofa-ms.de, www.urgewald.de). Schon damals waren vollgepackte Russland-Waggons in Dreierreihe auf dem Gelände zu sehen (die Urenco hat neue Abstell- und Rangiergleise gebaut!).
Heute Abend um 23.07 startete mit 1250 t abgereichertem Uranhexafluorid der bisher größte Uranmülltransport von Gronau via Rotterdam nach Russland!
The largest ever uranium waste transport from Gronau via Rotterdam to Russia startet at 11 pm – 1250 t of depleted uranium are currently went by train to Rotterdam where it is being loaded onto the MV Schouwenbank for transportation to Russia.
Gestern demonstrierten mehr als 70 AtomkraftgegnerInnen am Bahnhof Münster gegen die Urananreicherung in Gronau, Almelo und anderswo:
Der Betrieb einer Urananreicherungsanlage erfordert zahllose Urantransporte: Anlieferung von „frischem“ Natururan in Form von Uranhexafluorid (UF6), Weiterlieferung von angereichertem Uran zur Brennelementefertigung, Abtransport von abgereichertem Uranmüll in Form von UF6.
Alle diese Transporte werden von der Betreiberfirma Urenco und der Polizei streng geheim gehalten. Dennoch gelingt es den Anti-Atomkraft-Initiativen immer wieder durch intensive Recherchen ein wenig Licht ins Dunkel der Atommafia zu bringen. Hier eine …
12. März, 0 Uhr (English version click „weiterlesen“ below): Das Uranmüllschiff MV Schouwenbank erreicht heute morgen St. Petersburg. Dort ist am 15. März eine Kundgebung in der City geplant (www.bellona.org). Das Uranschiff hat gestern (11. März) mit dem Uranmüll aus Gronau Helsinki und Tallinn passiert. In Estland berichtete das Fernsehen über den Transport! Endstation soll Novouralsk bei Jekaterinburg sein.
Unterwegs gab es am Mittwochabend (5. März) spontane Proteste in Burgsteinfurt (dort war eine halbe Hundertschaft Bundespolizei), in …
Gorleben-Solidaritäts-Protest auf Grenzgebiet und vor der Gronauer Uranfabrik
Mit einer Grenz-Mahnwache haben münsterländische Atomkraftgegnerinnen und Atomkraftgegner am Samstag (8.11.) auf der Landesgrenze bei Gronau (Westfalen) zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gegen den bevorstehenden Castor-Atommülltransport nach Gorleben demonstriert. Gleichzeitig wurde auch gegen die Urantransporte protestiert, die häufig im Zusammenhang mit dem Betrieb der Gronauer Urananreicherungsanlage (UAA) die Landesgrenze NRW-Niedersachsen passieren. Nach der Mahnwache wurde der Protest spontan vor der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage (UAA) mit einer symbolischen Blockade fortgesetzt.
Udo Buchholz, Gronauer Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V betonte anschließend in einer Presseerklärung, daß der Widerstand gegen Atomanlagen in Gronau, Gorleben und anderswo weiterhin dringend notwendig ist: Gronau und Gorleben sind zwei Seiten einer Medaillie. Im Atommüll-Faßlager in Gorleben wird auch Atommüll aus Gronau gelagert. Nur die sofortige Stillegung aller Atomanlagen kann dazu beitragen, daß das unlösbare Atommüll-Problem nicht noch schlimmer wird!“
Wer in den folgenden Tagen aus dem Münsterland zu Protesten in das Wendland (Region Gorleben) fahren möchte, erhält beim AKU Gronau oder auf der Internetseite der Münsteraner Initiative „Widerstand gegen Atomanlagen“ (WigA) Informationen über Fahrmöglichkeiten.